Lehrerlogik par excellence

Bevor ich gleich eine ganze Berufszunft gegen mich aufbringe, gleich vorweg: Ich kenne viele gute Lehrer, ich treffe mit noch heute mit Lehrern aus meiner Schulzeit – und Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Und jetzt kommt das dicke ABER…..

In welch weichgespültem, ja manchmal schon realitätsfremdem Parallelunviersum so manch ein Lehrkörper unterwegs ist, werde ich wohl nie begreifen.

Nehmen wir ein Beispiel aus der Grundschulzeit meines Jüngsten, als die lieben kleinen Läuse über Monate in seiner Schule grassierten. Hatte es eine Klasse überstanden, stand schon die nächste parat – und so erfreuten sich die hartnäckigen Plagegeister trotz diverser Merkzettel und Verhaltensregeln, die man immer wieder per Elternbrief in Umlauf gab, bester Gesundheit. Und dann stand auch schon das Weihnachtsfest vor der Tür, unser Sohn sollte in einem Theaterstück den Weihnachtsmann spielen. So saßen wir freudig in der ersten Reihe und verfolgten gespannt seine Darbietung. Schnell wurde die Handlung der Geschichte klar: Der Weihnachtsmann hatte seine Mütze verloren. Und weil der Weihnachtsmann allseits beliebt ist, wollten alle, vom Kasperle mit seiner Zipfelmütze über den Bauarbeiter mit dem Helm bis hin zum Rotkäppchen mit – ihr ahnt es schon – dem roten Käppchen dem bärtigen Mann – unserem Sohn – zu Hilfe kommen. Und so liehen ihm  10 verschiedene Hutträger an der Zahl nach und nach ihre Kopfbedeckung. Von Sekunde zu Sekunde, von Mütze zu Mütze, die auf dem Kopf meines bis dahin läusefreien Sohnes landete, wurde ich blasser um die Nase. Auf die höflich-erregte Nachfrage bei der Lehrerin, ob diese Inszenierung denn in Anbetracht der aktuellen Läuseplage so eine brillante Idee  war, antwortete sie mit freudigem Erstaunen:  „Aber warum denn, wir haben doch die Läusezettel mit den Verhaltensregeln verteilt.“  Ja dann……wissen die Läuse ja Bescheid.

In der aktuellen Corona-Zeit  bin ich positiv erstaunt, wie gewissenhaft z.B. die Gastronomen die Hygieneregeln umsetzen. Die Tische werden nach jedem Gast desinfiziert, es ist nicht erlaubt, Stühle und Tische zu verrücken, damit man keine Viren verbreitet – absolut vorbildlich.

Nachdem nun die Schulen nach den Ferien mit zweifelhaften Konzepten ihre Tore geöffnet haben, wurde uns am zweiten Schultag schon bewusst, warum wir damit Bauchschmerzen hatten –  und das nicht nur, weil unser Sohn berichtete, wie sich alle seine Freunde gleich zur Begrüßung mal herzhaft abgeklatscht haben. In der ersten Unterrichtsstunde ging man raus in den Schulhof,  und 28 Kinder warfen sich über 20 Minuten lang EINEN Ball zu,  damit auch jeder die Gelegenheit hatte, die getarnte Petrischale möglichst oft in die Finger zu bekommen.

Das ist wohl eindeutig Lehrerlogik!

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