Fußabdruck

Da gibt es zarte kleine Geisha-Füße, Käsefüße, Quadratlatschen, Senk- und Spreizfüße und vieles mehr, was die Anatomie uns zuteilwerden lässt. Und damit sind wir bestrebt, einen Fußabdruck für die Nachwelt zu hinterlassen. Aber was genau bedeutet das eigentlich und warum wollen wir das?

Was ist der Sinn des Lebens

Dazu müsste man tatsächlich die Frage ergründen, was unser Sinn auf dieser Welt ist. Es gibt die Ambitionierten, die mit einer steilen Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär avancieren wollen und sich ausschließlich über ihre Arbeit definieren. Eine weitere Säule unserer Gesellschaft sind die sozialen Gutmenschen, die stets ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen und ihr Leben in den Dienst anderer stellen. Und dann wären da auch noch die Hedonisten, deren Hauptaugenmerk darauf liegt, mit dem geringsten Aufwand den maximalen Genuss aus der uns geschenkten Erdenzeit herauszuholen. Wie so oft im Leben, wäre wohl eine Mischung aus allen das Optimum, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Ponyhof.

Fußabdruck hinterlassen leicht gemacht

Wie aber hinterlässt man einen Fußabdruck? Die meisten Menschen, die mit etwaigen Abdrücken in die Geschichtsbücher eingegangen sind, taten dies oftmals nicht unbedingt wegen ihrer noblen Gesten. Natürlich gibt es den einen oder anderen Volkshelden, große Erfinder oder über alle Maßen schwachsinnige Guinness-Rekorde, mit denen man einen Hauch Unsterblichkeit erlangen kann. Aber gemessen an der stets wachsenden Weltbevölkerung sind wir uns glaube ich alle der Tatsache bewusst, dass diese Menschen sich in einer verschwindend geringen Minderheit befinden. Also was bleibt uns als Option, um  einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, ohne gleich ein Genie zu sein?

Vermächtnis Kinder

Manch einer möchte das Vermächtnis für die Nachwelt vielleicht mit eine großen Kinderschar erreichen.  Zu einem Bruchteil ist damit der Zweck sicherlich erfüllt, besteht so ein Nachwuchs biologisch betrachtet ja aus unseren Genen, die wir somit zum Weiterleben verdonnert haben. Natürlich, wenn es ganz unglücklich läuft, und der Spross sich irgendwann zu einem Serienkiller entwickelt, kippt das geplante Szenario ein wenig und gerät in Schieflage. Aber sind unsere Kinder wirklich ein Fußabdruck von uns, oder sind wir nicht vielmehr wirklich selbst für diesen verantwortlich, und die Kids hinterlassen irgendwann ihren eigenen?

Es geht um uns

Die entscheidende Frage ist doch: Ist es wirklich so wichtig, was wir im Leben „geleistet“ haben, um an der Himmelspforte den Stempel „erfolgreich“ aufgedrückt zu bekommen. Oder ist es nicht vielmehr eine Summe aus verschiedenen Momenten, Erfahrungen, Begegnungen, Erlebnissen oder Gefühlen, über die wir uns am Ende definieren? Sind es nicht die Menschen, denen wir im Leben etwas bedeutet haben, und die uns nach unserem Ableben vermissen und im Herzen tragen werden? Und die zahlreiche Anekdoten über uns zum Besten geben werden, über das, was sie mit uns erlebt haben, über unsere Unzulänglichkeiten, Pleiten, Pech und Pannen und natürlich all die guten Taten.

Wenn ihr mich sucht, ich bin dann mal am Strand und laufe durch den feuchten Sand. Sicher ist sicher!

 

 

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